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Dorferneuerung in Jugenheim – Wo stehen wir aktuell?

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit Beginn der Sommerpause möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick geben, wo Jugenheim bei der Dorfmoderation und der daraus entstandenen Dorferneuerung aktuell steht. - Doch was verbirgt sich eigentlich hinter der Dorfmoderation und dem Dorferneuerungskonzept?

Bevor Jugenheim in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz aufgenommen werden konnte, stand zunächst die sogenannte Dorfmoderation an. Dabei handelte es sich um einen breit angelegten, professionell moderierten Bürgerbeteiligungsprozess, bei dem alle Jugenheimerinnen und Jugenheimer eingeladen waren, ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft unseres Dorfes einzubringen.
Gemeinsam wurde darüber diskutiert, was Jugenheim bereits heute besonders lebenswert macht, wo Verbesserungsbedarf besteht und welche Themen in Zukunft angegangen werden sollten. Aus diesem Beteiligungsprozess entstanden verschiedene Arbeitsgruppen, die sich über rund ein Jahr hinweg intensiv mit unterschiedlichen Themen wie Verkehr, Grünflächen, Freizeit, Ortsbild oder dem Miteinander im Dorf beschäftigt haben. Dabei wurden zahlreiche Ideen entwickelt, bewertet und weiter ausgearbeitet.
Alle Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden anschließend in einem umfassenden Dorferneuerungskonzept zusammengeführt. Dieses Konzept wurde vom Gemeinderat beschlossen und bei der Kreisverwaltung zur Anerkennung eingereicht. 
Damit beginnt nun die eigentliche Umsetzungsphase.

In den kommenden acht Jahren dient das Dorferneuerungskonzept als Fahrplan für die Entwicklung unseres Dorfes. Gleichzeitig eröffnet uns die Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm die Möglichkeit, für viele Projekte attraktive Fördermittel des Landes Rheinland-Pfalz zu beantragen. Dadurch können Maßnahmen verwirklicht werden, die aus eigenen Haushaltsmitteln oftmals gar nicht oder nur sehr schwer finanzierbar wären.

Zunächst die wichtigste Nachricht: Jugenheim ist offiziell Dorferneuerungsgemeinde. 
Unser Dorferneuerungskonzept wurde im Frühjahr dieses Jahres anerkannt. Das ist ein großer Erfolg und eröffnet unserer Ortsgemeinde in den kommenden Jahren erhebliche Fördermöglichkeiten. 
Immer wieder erreichen uns Fragen, wann die ersten Projekte umgesetzt werden und warum bislang noch keine größeren Maßnahmen sichtbar sind. Deshalb möchten wir Ihnen den aktuellen Sachstand transparent erläutern.
Dabei gilt jedoch zuerst einmal ein fester zeitlicher Ablauf: Förderanträge müssen jedes Jahr bis zum 15. September gestellt werden. Beantragt werden dabei immer die Maßnahmen, die im darauffolgenden Jahr umgesetzt werden sollen. Da unser Dorferneuerungskonzept erst im Frühjahr 2026 bewilligt wurde, können wir unsere ersten Anträge erst zum 15. September 2026 einreichen. Die Umsetzung der ersten größeren Maßnahmen ist daher ab dem Jahr 2027 vorgesehen. Dieser zeitliche Vorlauf ist durch das Förderverfahren vorgegeben.

Zusätzlich haben wir unmittelbar nach der Anerkennung als Dorferneuerungs-gemeinde den Antrag gestellt, als Investitions- und Maßnahmenschwerpunkt-gemeinde anerkannt zu werden. Dieser Status würde unsere Fördermöglichkeiten nochmals deutlich verbessern und zusätzliche finanzielle Spielräume eröffnen. Eine endgültige Entscheidung liegt zwar noch nicht vor, wir haben jedoch bereits erste positive Signale erhalten.

Auch wenn größere Bauprojekte noch etwas Zeit benötigen, laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren.
Ein erstes Ergebnis der Dorfmoderation wird noch in diesem Jahr sichtbar: Die Jugenheimer Dorf-App kommt. Die Verträge mit dem Anbieter sind inzwischen unterzeichnet. Die App war ein vielfach geäußerter Wunsch aus der Dorfmoderation und wird noch in diesem Jahr eingeführt. In den kommenden Wochen wird eine Projektgruppe gebildet, die die Einführung begleitet und die Inhalte vorbereitet.

In seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat außerdem zwei wichtige Planungsaufträge an das Planungsbüro Franzen vergeben.
Zum einen wird aktuell ein umfangreicher Förderantrag im Programm „Grünes Dorf“ vorbereitet. Ziel ist es, möglichst viele Grünflächen innerhalb unserer Ortsgemeinde aufzuwerten, neu zu gestalten und ökologisch sinnvoll zu bepflanzen. Bei solchen Förderanträgen ist es sinnvoll, zunächst den größtmöglichen Umfang zu beantragen. Welche Maßnahmen später tatsächlich umgesetzt werden, kann anschließend noch angepasst werden. Voraussetzung ist allerdings ein ausführungsreifer Plan, weshalb zunächst Planungsleistungen erforderlich sind, deren Kosten später ebenfalls gefördert werden können.
Zum anderen beginnt nun die konkrete Planung für die Neugestaltung des naturnahen Spielplatzes zu einem naturnahen Mehrgenerationenplatz. Grundlage hierfür sind sowohl die Ergebnisse der Dorfmoderation als auch die sehr gut besuchte Kinder- und Jugendbeteiligung direkt auf dem Spielplatz. Die vielen Ideen und Wünsche der Kinder, Jugendlichen und Eltern fließen nun in die Planung ein.
Als erste Leitlinien wurden unter anderem ein Wasserspielbereich – soweit dies unter den heutigen hygienischen und rechtlichen Vorgaben möglich ist –, zusätzliche Spielangebote für verschiedene Altersgruppen, Kleinkinderschaukeln, Bewegungsangebote für Seniorinnen und Senioren, eine Calisthenics-Anlage, die Aufwertung des Bolzplatzes sowie Möglichkeiten für Badminton und weitere Freizeitangebote benannt.  
Dies sind jedoch zunächst nur Rahmenbedingungen. Das Planungsbüro wird während des Sommers einen ersten Entwurf ausarbeiten.

Bereits am 20. August wird dieser im Bauausschuss vorgestellt. Anschließend besteht nochmals die Möglichkeit, Änderungswünsche einzuarbeiten, bevor der Gemeinderat am 2. September die endgültige Planung beschließen soll. Nur so kann der Förderantrag fristgerecht bis zum 15. September eingereicht werden.
Auch abseits dieser größeren Projekte sind bereits erste Veränderungen im Ort sichtbar. Viele Grünflächen wurden aufgewertet und Jugenheim ist an vielen Stellen erkennbar grüner geworden. Für diese Unterstützung möchten wir uns ganz besonders bei unseren Jugenheimer Aktiven Senioren bedanken, die gemeinsam mit unserem Bauhof hervorragende Arbeit leisten und mit großem ehrenamtlichem Engagement dazu beitragen, unser Ortsbild weiter zu verschönern.

Die Dorferneuerung ist kein einzelnes Projekt, sondern ein langfristiger Entwicklungsprozess. Das gemeinsam erarbeitete Dorferneuerungskonzept dient dabei als Fahrplan für die kommenden Jahre. Schritt für Schritt werden wir die einzelnen Maßnahmen entsprechend der Fördermöglichkeiten und der finanziellen Leistungsfähigkeit unserer Ortsgemeinde umsetzen.

Auch möchten wir offen ansprechen, dass nicht jede Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse kurzfristig sichtbar machen kann. Ein gutes Beispiel ist die Arbeitsgruppe Verkehr. Das umfangreiche Maßnahmenpaket wurde inzwischen erarbeitet und liegt sowohl der Ortsgemeinde als auch der Verbandsgemeinde vor. Viele verkehrsrechtliche Maßnahmen liegen jedoch nicht in der Zuständigkeit der Ortsgemeinde. Hier sind wir auf Entscheidungen anderer Behörden, beispielsweise des Landesbetriebs Mobilität oder des Landkreises, angewiesen. Deshalb wird dieser Bereich sicherlich noch etwas Geduld erfordern. Selbstverständlich bleiben wir auch hier kontinuierlich am Ball.

Wir freuen uns sehr, dass die Dorferneuerung nun Fahrt aufnimmt und bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich im Rahmen der Dorfmoderation mit ihren Ideen eingebracht haben. Gemeinsam werden wir Jugenheim Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Bis dahin wünschen wir Ihnen und Ihren Familien eine schöne Sommerzeit und erholsame Ferien.

Ihr Ortsbürgermeister und das Verwaltungsteam

Tim Süssenberger

 

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