Bebauungsplan Gewerbegebiet „Wiesenweg 2“ ist rechtskräftig

Text und Bild: Herbert Petri

Rohrweihe im Anflug und Schutzzaun mit beobachtender Biologin

Der Bebauungsplan zum Gewerbegebiet „Wiesenweg 2“ ist rechtskräftig und wir gehen von einer zeitnah stattfindenden Vermessung aus, so dass über die Sommermonate die Erschließungsarbeiten durchgeführt werden können. Zur Einhaltung des rechten engen Zeitplanes zwischen Offenlage und Genehmigung, war es von zentraler Bedeutung, dass die vom Gesetzgeber geforderten CEF-Maßnahmen (Maßnahmen für die dauerhafte ökologische Funktion) umgesetzt wurden.

Als CEF-Maßnahme werden Maßnahmen des Artenschutzes verstanden. Die gesetzliche Grundlage in Deutschland ergibt sich aus dem Bundesnaturschutzgesetz. Das entscheidende Kriterium dabei ist, dass sie vor der geplanten Maßnahme durchgeführt werden. Dabei muss eine ökologisch-funktionale Kontinuität ohne zeitliche Lücke gewährleistet werden. Über ein begleitendes Monitoring wird der Erfolg kontrolliert. Ziel ist es, den betroffenen Bestand der geschützten Art in Qualität und Quantität zu erhalten. Die Maßnahme soll dabei einen unmittelbaren räumlichen Bezug zum betroffenen Habitat haben und angrenzend neue Lebensräume schaffen, die in direkter funktionaler Beziehung mit dem Ursprungshabitat stehen.
Im Wiesenweg ging es dabei vorrangig um den Schutz der Nistplätze der Rohrweihe. Dazu wurde ein Sichtschutzzaun für die Bauzeit sowie eine Eingrünung des Nistbereiches realisiert. Die Wiederherstellung der Wiesenfläche, die vom Reitverein genutzt wird, wurde auf einem Grundstück am Jugenheimer Wäldchen in der „Ritthalle“ realisiert. Ein Schutzzaun soll zudem weitere Nistplätze an den Saubachteichen sichern. Ein aufwendiges Verfahren, dessen konzeptionelle Erarbeitung von der Firma Veritas durchgeführt und von der Kreisverwaltung und der Dienst- und Aufsichtsdirektion Neustadt ADD so akzeptiert wurde.

Wir danken allen Beteiligten, dass gemeinsam Lösungen gefunden wurden, die eine Ausweisung des Gewerbegebietes an dieser Stelle ermöglichen haben. Wir freuen uns, dass die Maßnahmen auch erste Früchte tragen. Drei Rohrweihen sind aus ihrem Winterquartier im Süden zurück und haben im Wiesenweg ihr Sommerquartier bezogen. Wenn sich jetzt noch Nachwuchs einstellen wird, wäre das ein großer Erfolg im Artenschutz.

Herbert Petri
Ortsbürgermeister