Abschluss der archäologischen Grabungsarbeiten im Wiesenweg

Quelle Foto: Anita Petri, Personen von links nach rechts: Wolfhard Klein (Chronist), Kornelia Spahn (GDKE), Herbert Petri (Ortsbürgermeister), Andreas Konrad (Grabungsleiter GDKE), Dr. Wolfgang Hoppe (ehrenamtlicher Helfer)

Die archäologischen Ausgrabungen in der Erweiterungsfläche des Jugenheimer Gewerbegebietes „Wiesenweg 2“ wurden nach Auskunft des Leiters der Direktion Landesarchäologie Mainz, Dr. Günter Brücken, am 31.03.2021 abgeschlossen. Durch die enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Landesarchäologie, der Ortsgemeinde Jugenheim und den Bauunternehmen konnte Dr. Brücken für die drei Grabungskampagnen ein erfolgreiches Fazit ziehen:

„Mit den Ausgrabungen konnten unwiederbringliche Geschichtsquellen vor ihrer Zerstörung für die künftige Forschung gesichert werden. Die zukünftige wissenschaftliche Auswertung verspricht einen großen Erkenntniszuwachs der frühen Siedlungsgeschichte Jugenheims.“

Nachdem 2020 bereits die Flächen des ersten und zweiten Bauabschnittes untersucht und dokumentiert wurden, kann nach dem Abschluss der Grabungen nun auch die Fläche des dritten und letzten Bauabschnitts freigegeben werden.

Im gesamten Grabungsareal konnten - wie bereits die Voruntersuchungen erwarten ließen – über hundert Befunde aus der Bronze- und Eisenzeit sowie der römischen Epoche geborgen werden. Damit ist die durchgehende Besiedlung des Jugenheimer Tals vom 12. Jahrhundert vor bis zum 4. Jahrhundert nach Christus archäologisch belegbar.
Die Anzeichen von Siedlungen können unter anderem anhand von Pfostengruben nachgewiesen werden, aus denen sich die Grundrisse verschiedener Häuser rekonstruieren lassen.
Der Ausgrabungsleiter, Andreas Konrad, und sein Team übergaben daneben Fundstücke zur Archivierung, die auf vielfältige handwerkliche Tätigkeiten (Spinnen, Weben, Keramikherstellung) in der Siedlung hinweisen.
 
Die Bergung von menschlichen Überresten aus fünf Bestattungen schließt das archäologische Gesamtbild ab.

Ein ausführlicher Grabungsbericht ist in Vorbereitung, er wird allerdings voraussichtlich erst in zwei bis drei Monaten vorliegen.

Bürgermeister Herbert Petri verabschiedete das Team der Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und dankte für die sehr gute Kooperation. Ein Informationsabend für interessierte Bürgerinnen und Bürger ist für 2022 in Planung. (Text: Dr. Wolfgang Hoppe)

Herbert Petri
Ortsbürgermeister